private moment experimental shortfilm

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Production / Director / Concept_Lucie Friederike Mueller

Book / Concept_Stephanie Zurstegge 

Production Design_Wiebke Mueller

Camera_Mikola Dedik,  Bela Usabaev

Sound_Jan Christian Heise

Composition / Music_Friederike Bernhardt

Cast_Lisa Heinrici

Das Projekt wird gefördert von :

Hessen Film und Medien GmbH

Werkleitz Gesellschaft e.V.

SLM Sächsische Landesanstalt

für privaten Rundfunk und neue Medien

HAB Förderung Hessen 

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Private Moment sucht den Sehnsuchtsort im Schrebergarten,

Private Moment ist eine von Lee Straßberg entwickelte Schauspielübung aus dem method acting. Als Hindernis für die Schauspielenden betrachtete Strasberg dessen Bewusstsein, vor einem Publikum zu stehen und sich (gesellschaftlich) verhalten zu müssen oder zu wollen. So verlieren die Emotionen seiner Auffassung nach ihre Frische und Glaubwürdigkeit. Daher erfand er Übungen, die dem Schauspieler helfen sollten, das Publikum zu vergessen und sich stärker auf sich selbst zu konzentrieren. Dabei wird ein privates Verhalten (das für Strasberg nicht gleichbedeutend war mit dem bloßen Alleinsein) in Erinnerung gerufen und öffentlich wiederholt.

Unser:e Hauptdarsteller:in und das Filmteam von Private Moment werden an den artifiziellen Ort Schrebergarten verfrachtet. Der Schrebergarten wird Bühne, wird Protagonist, wird zum Versuchsfeld an dem sich Parallelen zwischen der Methode und dem Setting auftuen.

Dem Voyerismus der Szenerie ausgesetzt versucht das Filmteam Themen zu verhandeln, bei dem sich alle Beteiligten im Weg stehen. Das Filmteam filzt die Umgebung von A bis Z. Es feuert ein Arsenal an Fragen ab … und immer geht der Schuss daneben. Im Kleingarten fühlt es sich von Moment zu Moment beklemmender an.

 

Die:r Betrachter:in mag an der Inszenierung zweifeln, auf die er sich eingelassen hat. Auch das Filmteam scheint von der Außenwelt wie abgeschnitten zu sein und die Schauspielerin wirkt selbstbezogen. Man bekommt das Gefühl, dass selbst das Team nicht in Dialog treten kann, oder immer wieder daran scheitert. Die Hindernisse häufen sich von Szene zu Szene. Die Realität saust in die Szenen rein und der gerade noch existierende Gedanke oder das Verhandelte verfliegt.  Gerade fasst man einen Gedanken und schon entgleitet er einem wieder. Das Narrativ gleicht einem Tagtraum, an dem Sachen mit Schärfe behandelt werden und sofort wieder zu verschwimmen beginnen.

Der Mythos und das Paradoxe – die Vagueness – die hier provoziert wird, finden wir bei Straßberg’s “Methode” ebenfalls wieder. Weder gibt es genaue Aufzeichnungen, noch Anleitungen, wie die Methode funktioniert und zu erlernen ist. Die Methode ist vielleicht deswegen so populär, weil niemand sie genau beschreiben kann und doch Schauspielergrößen diese erlernten, um ein gutes Spiel zu liefern.

Ambiguitätstoleranz bezeichnet den Grad der Fähigkeit, mit der permanenten Widersprüchlichkeit von Vorstellung und Erleben umzugehen. Der Film begleitet ein:e Schauspieler:in auf der Suche nach den Werten des Gemeinsamen in einen Schrebergarten, wobei die eigenen Erwartungen und die des gesamten Teams auf die Probe gestellt werden.

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