Private Moment (Arbeitstitel / working title);

Mumblecore; Doku–Fiction (in the making)

„Private Moment” bezeichnet eine gleichnamige Schauspielübung nach Lee Straßberg, die helfen soll, das Publikum zu vergessen und sich stärker auf sich Selbst zu konzentrieren.

PRIVATE MOMENT ist eine Doku–Fiction, die sich dem amerikanischen Subgenre Mumblecore annähert. Der Film verhandelt die Frage, inwieweit Empathie und Ambiguitätstoleranz bewusst teilbar und erlernbar sind und Einfluss auf unsere persönliche Perspektive und unsere Wahrnehmung haben. Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema wird das Praxisfeld des Schauspielens methodisch untersucht. Basierend auf Interviews mit Schauspieler:innen unterschiedlichster Generationen führt uns PRIVATE MOMENT durch einen Prozess, in dem die sich selbst spielende Hauptdarstellerin und wir als ihre Zuschauer:innen uns mit Fragen der Repräsentation anderer Lebensrealitäten und der Konstruktion von Rolle und Identität kritisch konfrontiert sehen.

Dem Projekt PRIVATE MOMENT liegt ein längerer Rechercheprozess zu Grunde. Durch die Biografiearbeit mit Schauspieler:innen werden Erfahrungen, Techniken und Tools herausgearbeitet, die für die Glaubhaftigkeit eines guten Schauspiels notwendig sind.

Das Spielen ist ein Vorgang, der nicht ohne Experiment geschehen kann. Gleichzeitig erfordert Schauspielen, sich seiner eigenen Perspektive sicher zu sein, um sie dann zu verlassen und eine andere Position einzunehmen und diese überzeugend darzustellen. Dieses Projekt untersucht, ob sich methodisch etwas lernen lässt von Schauspieler:innen in Theater und Film, da sie Empathie und Imaginationsvermögen benötigen, um ein privates Gefühl in der Öffentlichkeit zu wiederholen und damit dem Publikum Zugang zu ihren eigenen Gefühlen zu verschaffen.

Grundsätzlich fragt PRIVATE MOMENT also danach, welche Möglichkeiten wenn nicht sogar Methoden es gibt, die es leichter machen, andere Perspektiven nachzuvollziehen und zu verstehen – um sie besser zu akzeptieren, dass es eben eine Vielzahl von Perspektiven gibt; aber auch, um dann besser entscheiden zu können, welche Perspektive man selbst einnehmen will. All das sind Fragen, die dort ansetzen, wo Empathie und Imagination beginnt. 

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PRODUKTION / PRODUCTION: Stephanie Zurstegge / 

Lucie Friederike Mueller

REGIE / DIRECTOR: Lucie Friederike Mueller

SZENENBILD / PRODUCTION DESIGN: Wiebke Mueller

KAMERA / CAMERA: Bela Usabaev / Benjamin Weber

TON / SOUND: Jan Christian Heise

BESETZUNG / CAST: Katharina Kessler

"Private Moment" refers to an acting exercise of the same name, based on Lee Strassberg, designed to help you forget about the audience and focus more on yourself.

 

PRIVATE MOMENT is a docu-fiction that approaches the American subgenre of mumblecore. The film negotiates the question to what extent empathy and tolerance of ambiguity are consciously shareable and learnable and have an influence on our personal perspective and perception. For the examination of this topic, the practical field of acting is methodically investigated. Based on interviews with actors and actresses of different generations, PRIVATE MOMENT leads us through a process in which the leading actress, who plays herself, and we as her audience are critically confronted with questions of the representation of other realities of life and the construction of role and identity.

 

The project PRIVATE MOMENT is based on a longer research process. Through biographical work with actors/actresses, experiences, techniques and tools are worked out that are necessary for the credibility of good acting.

 

Acting is a process that cannot happen without experimentation. At the same time, acting requires being sure of one's own perspective in order to then leave it and take another position and present it convincingly. This project investigates whether methodologically something can be learned from actors/actresses in theater and film, as they need empathy and imagination to repeat a private feeling in public and thus give the audience access to their own feelings.

 

Basically, PRIVATE MOMENT asks what possibilities, if not methods, exist that make it easier to comprehend and understand other perspectives - in order to better accept that there are a variety of perspectives; but also in order to be able to better decide which perspective one wants to take. These are all questions that start where empathy and imagination begin.