top of page

private moment
2023; experimental shortfilm, 22', 4k, color, 5.1.dd

kompost nacht.png
liegen.png

Production/Director/Concept: Lucie Friederike Mueller

Book/Concept: Stephanie Zurstegge 

Production Design: Wiebke Mueller

Camera: Mikola Debik, Bela Usabaev

Camera Assist: Sophie Hilbert

Sound: Jan Christian Heise

Composition/Music: Friederike Bernhardt

Cast: Lisa Heinrici

Das Projekt wird gefördert von :

Hessen Film und Medien GmbH

Werkleitz Gesellschaft e.V.

SLM Sächsische Landesanstalt

für privaten Rundfunk und neue Medien

HAB Förderung Hessen 

HessenFilm-1c-schwarz.jpeg
wortmarke_wlg_01.jpeg
slm_logo_cmyk.jpg
A018C260_2109270D_CANON.mov - Zusammengefügt.11_42_34_13.Standbild001.jpg
Fiktion.jpg

Ist die ‚Methode’ so wenig präzise ausformuliert, um sie genau anzuwenden, so ist auch die Atmosphäre des Schrebergarten zu starr, wie die Methode selbst: Eine Echokammer, in der nichts von außen eindringt und nichts nach innen kommt, ein hermetisch abgeschlossener Raum, in dem sich Gedanken im Kreis zu drehen beginnen. Der Film gleicht einem Tagtraum, an dem Sachen mit Schärfe behandelt werden und sofort wieder zu verschwimmen beginnen.

Ambiguitätstoleranz bezeichnet den Grad der Fähigkeit, mit der permanenten Widersprüchlichkeit von Vorstellung und Erleben umzugehen. Der Film begleitet eine Schauspielerin auf der Suche nach der Unsicherheitstoleranz in die Kleingartenidylle, wobei die eigenen Erwartungen und die des gesamten Teams auf die Probe gestellt werden.

„Heimlich nennt man Alles, was im Geheimnis, im Verborgenen bleiben sollte und hervorgetreten ist.“ – das Unheimliche, S. Freud

 

‚Private Moment‘ ist eine von Lee Straßberg entwickelte Schauspielübung aus dem ‚method acting‘. Als Hindernis für die Schauspielenden betrachtete Strasberg dessen Bewusstsein, vor einem Publikum zu stehen und sich (gesellschaftlich) verhalten zu müssen oder zu wollen. So verlieren die Emotionen seiner Auffassung nach ihre Frische und Glaubwürdigkeit. Daher erfand er Übungen, die dem Schauspieler helfen sollten, das Publikum zu vergessen und sich stärker auf sich selbst zu konzentrieren. Dabei wird ein privates Verhalten (das für Strasberg nicht gleichbedeutend war mit dem bloßen Alleinsein) in Erinnerung gerufen und öffentlich wiederholt. Die Form des Selbstgesprächs wird oft genutzt, um den ‘private moment’ für den Schauspieler und das Publikum zugänglich zu machen.

 

Unser:e Hauptdarsteller:in und das Filmteam werden an den artifiziellen Ort Schrebergarten verfrachtet. Der Schrebergarten wird Bühne, wird Protagonist, wird zum Versuchsfeld an dem sich Parallelen zwischen der ‚Methode’ und dem Setting auftuen. Dem Voyeurismus in der Enge des Kleingartens ausgesetzt versucht das Filmteam Themen zu verhandeln, bei dem sich alle Beteiligten im Weg stehen. Das Filmteam filzt die Umgebung von A bis Z. Es feuert ein Arsenal an Fragen ab … und immer geht der Schuss daneben. Im Kleingarten fühlt es sich von Moment zu Moment beklemmender an.

Die:r Betrachter:in mag an der Inszenierung zweifeln, auf di:er sich eingelassen hat. Auch das Filmteam scheint von der Außenwelt wie abgeschnitten zu sein und die Schauspielerin wirkt selbstbezogen. Die unterschiedlichen Meinungen zu Besitzdenken, Empathie, Filmemachen, sowie eine fortlaufende Debatte über das Fiktionalisieren stehen sich im Weg, als wäre nicht genug Platz, diese zuzulassen. 

'Secretly' is the name given to everything that should remain in secret, in secrecy, and has emerged. - the uncanny, S. Freud

'Private Moment' is an acting exercise developed by Lee Strasberg from 'method acting'. Strasberg considered as an obstacle for the actor his consciousness of standing in front of an audience and having to or wanting to behave (socially). Thus, in his opinion, the emotions lose their freshness and credibility. Therefore, he invented exercises to help the actor forget about the audience and concentrate more on himself. In this process, a private behavior (which for Strasberg was not the same as simply being alone) is recalled and repeated in public. The form of soliloquy is often used to make the 'private moment' accessible to the actor and the audience.

Our main actress and the film team are transported to the artificial place of the allotment garden. The allotment becomes a stage, a protagonist, a testing ground where parallels between the 'method' and the setting are revealed. Exposed to voyeurism in the confines of the allotment garden, the film team attempts to negotiate topics in which all participants stand in each other's way. The film team frisks the environment from A to Z. It fires off an arsenal of questions ... and always misses the shot. In the allotment, it feels more oppressive from moment to moment.

 

The viewers may doubt the staging. The film crew also seems cut off from the outside world, and the actress seems self-involved. The differing opinions on ownership, empathy, filmmaking, and an ongoing debate about fictionalizing get in the way, as if there were not enough room to allow them. 

the 'method' is so little precisely formulated to apply it exactly, also the atmosphere of the allotment garden is too rigid, like the method itself: An echo chamber where nothing enters from the outside and nothing comes inside, a hermetically sealed space where thoughts begin to spin in circles. The film resembles a daydream, where things are treated with sharpness and immediately begin to blur again.

 


Tolerance of ambiguity refers to the degree of ability to deal with the permanent contradictory nature of imagination and experience. The film accompanies one actor on his search for uncertainty tolerance into the allotment idyll, whereby his own expectations and those of the entire team are put to the test.

bottom of page